Viereckige Augen
Degrassi: The Next Generation bot da schon wesentlich leichtere und unsarkastische Kost mit einigen heftigen Themen. Von allen vier gesehenen Staffeln (drei davon letzte Woche - ächz!) gefiel mir Season 2 im Großen und Ganzen am besten, während Season 4 schon ziemlich zerfaserte. Der rote Faden ging irgendwo verloren, und man bekam den Eindruck, daß die Schreiber sich untereinander nicht einig waren, wohin es nun gehen sollte. Was dazu führte, daß die Pärchenbildung mitunter von Folge zu Folge variierte. Da in den meisten Serien Staffel 3 bis 4 zu den besten gehören, will ich mir nicht vorstellen, was das für Degrassi 5-8 bedeutet...
Amüsant ist definitiv Paiges Entwicklung. Wenn sich mal die Charakterbeschreibungen ansieht, weiß man, daß sie ursprünglich als die falsche Schlange konzipiert war, und in Staffel 1 hält sie diese Rolle auch fast kontinuierlich durch. Aber da sie in einer einzigen Folge mal eine andere Seite ihrer Persönlichkeit zeigen durfte und das richtig klasse war, machte sie in Staffel 2-4 einen kompletten Charakterwechsel durch. Sie kann immer noch fies sein, hat aber ein Herz aus Gold.
Überhaupt merkt man ab Season 2 schnell, welche Charaktere funktionieren und welche mit durchgezogen werden müssen, weil sie zur festen Besetzung gehören. So durfte Ashley in der zweiten Staffel glänzen, hatte ihre Berechtigung in der dritten und war danach überflüssig. Weder J.T. noch Toby gehörten je zu meinen Favoriten und entwickeln sich auch nicht wesentlich weiter. Craig und Marco als Neuzugänge in der zweiten Staffel hingegen bringen die Story weiter, und vielleicht *mag* man weder Jay noch Alex, aber sie sind großartige Charaktere.
Sehr bedauerlich finde ich Terrys reduzierte Rolle in der dritten Staffel und ihr darauf folgendes Ausscheiden aus der Serie - sie war eindeutig mein Lieblingscharakter, und gerade ihre Storyline mit Rick rettet Season 3. Rick als "befristete Figur" in Staffel 3 und 4 wiederum dürfte die wohl interessanteste Gestalt sein, was die Schreiber in einem Audiokommentar bereitwillig bestätigen. Nicht einfach zu spielen, wenn man's richtig machen will, und ich gratuliere Darsteller Ephraim Ellis zu seiner Leistung!
Das Titelthema wiederum macht eine... sagen wir mal... originelle Wandlung durch. Anfangs ein nettes Liedchen, gesungen von stimmlich kompetenten Teenagern, wird es in der vierten Staffel mit harten Rockrhythmen unterlegt und als Kontrast dazu von einer Girlieband geträllert. Nope, geht nicht, geht gar nicht, macht Ohrenschmerzen. Setzen, sechs.




