Film & Fernsehen

24
Apr
2008

Wenn sich Mythen und Realität treffen

Geschichten, in denen Götter, Dämonen und Naturwesen neben den Menschen einherwandeln, sind so alt wie die Zeit, und ihre Verbannung ins Reich der Märchen dürfte an dieser Spanne gemessen eine extrem junge Entwicklung sein. Auch eine sehr dumme, wie ich finde; denn obwohl natürlich vieles an diesen Erzählungen ausgeschmückt, übertrieben und verfälscht ist, findet sich doch ein wahrer Kern darin. Da eine Abhandlung darüber Bände füllen würde, habe ich mich auf einige ausgewählte Werke beschränkt, hauptsächlich im Bereich Film und Bühne, zu denen sich auch Videos finden ließen.

The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch and the Wardrobe / Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia
Endlich mal eine Verfilmung, die sich nah an die literarische Vorlage hält – und die dafür von den Kritikern zerrissen wurde. Durch einen magischen Wandschrank gelangen vier Geschwister in die Welt Narnia, die unter der Knute der Weißen Hexe leidet. Das Neue Testament als Fantasy-Geschichte erzählt.


The Craft / Der Hexenclub
Gut, keine Naturwesen oder ähnliches, aber das Konzept hinter dem Junghexenzirkel zählt trotzdem. Außerdem rechne ich die Anrufung der Hüter der Himmelsrichtungen hoch an. Vier Außenseiterinnen gründen einen Hexenzirkel, doch je mehr Macht sie gewinnen, desto deutlicher zeigt sich, daß sie nicht in der Lage sind, verantwortungsvoll damit umzugehen.


Erlkönig
Der Name ist zwar ein glatter Übersetzungsfehler (ellerkonge = Elfenkönig), aber irgendwie hat er was. Als klassischer Vertreter der eifersüchtigen Fabelwesen akzeptiert er kein Nein, ebensowenig wie eine seiner Töchter im Gedicht „Erlkönigs Tochter“.


Hans Heiling
Von dieser Sage existieren im Groben zwei Versionen. Einmal ist Heiling ein Magier, der die Hochzeitsgesellschaft der ihn verschmähenden jungen Frau in Stein verwandelt und sich daraufhin von einem Felsen zu Tode stürzt. Zum anderen (Opernversion) ist er der Sohn der Zwergenkönigin und eines Menschen, der in der Welt der Sterblichen scheitert. Sein geplantes Massaker an der Hochzeitsgesellschaft wird noch rechtzeitig von seiner Mutter verhindert. Heiling reiht sich mit seinem eifersüchtigen Naturell nahtlos in die Tradition des Erlkönigs ein.

Ouvertüre


Die Heinzelmännchen
Wer liebt das Märchen nicht? Die fleißigen Hausgeister erledigen über Nacht alle liegengebliebene Arbeit, doch das süße Leben der Kölner nimmt wegen übermäßiger Neugier ein Ende. Die Heinzelmännchen, Grauchen, genii loci oder wie immer man sie noch bezeichnet, gehören zu den ältesten kleinen Wesenheiten in der Überlieferung, und schon die Römer errichteten Hausaltäre zu ihren Ehren.


Hellboy I + II
Im Gegensatz zu allen anderen Superhelden-Filmen gehört Hellboy 1 eindeutig in diese Liste, weil wir es hier nicht mit Mutanten, sondern mit einem echten Dämon und einem echten Meermann zu tun haben. Und bei Teil 2 besteht schon mal gar kein Zweifel.


El Laberinto del Fauno / Pans Labyrinth

Konfrontiert mit der Grausamkeit des Franco-Regimes in Spanien 1944 flüchtet ein Mädchen in eine Welt voller Fabelwesen. Ich mag es, dass am Ende offen bleibt, ob Ofelias Erlebnisse real sind oder nicht. Da das meiste in Abwesenheit eines Erwachsenen stattfindet, beginnt man erst am Ende, als Mercedes die aufgemalte Tür findet und Vidal sie dabei ertappt, wie sie mit der leeren Luft redet, zu zweifeln; nur um in der letzten Szene die Blüte am ehemals sterbenden Baum zu sehen. Der Film ist voller Symbolik; so verkörpert der bleiche Mann beispielsweise den Faschismus, während die Kröte für Leute wie Vidals Gäste steht, die nur daran interessiert sind, ein angenehmes Leben zu führen, selbst auf Kosten anderer. Ofelia ist demnach die Unschuld, das Verantwortungsbewusstsein, kurz gesagt das Gute, das dafür sorgt, daß das Land (=der Baum) nicht vollends stirbt.


Labyrinth / Die Reise ins Labyrinth
Der Film ist gewöhnungsbedürftig, aber ich fand ihn streckenweise doch sehr witzig (die Türen haben es in sich!). Junges Mädchen muß ihren Bruder aus den Händen des Koboldkönigs befreien und besteht dabei eine Menge Abenteuer. Auch König Jareth ist ein direkter Verwandter des Erlkönigs: Wenn es darum geht, sein Ziel zu erreichen, scheut er keine Kosten, aber weist man ihn dennoch ab, wird er bösartig. Ähnlich wie Pan’s Labyrinth ist der Film übrigens eine Geschichte (unter anderem) über das Erwachsenwerden.

Lady in the Water / Das Mädchen aus dem Wasser
Die Begegnung mit der Nymphe Story verändert das Leben der Mieter einer Wohneinheit. Eine klassische Märchengeschichte komplett mit Queste und archetypischen Charakteren, wobei es zum Reiz der Handlung gehört herauszufinden, wer nun für welche Aufgabe auserwählt ist. Und Regisseur/Drehbuchautor M. Night Shyamalan schafft es sogar, die gängigen Muster und Klischees von Filmhandlungen (die er zum Teil selbst anwendet) durch die Figur des Filmkritikers, der in einen Horrorstreifen gerät und sich vorzustellen versucht, es wäre eine familientaugliche Komödie, augenzwinkernd zu parodieren. Shyamalans Fabelkreaturen entsprechen kaum einer verbreiteten Vorstellung, entstammen sie doch einer Gutenachtgeschichte, die er seinen Töchtern erzählt hat und die mit jedem Neuerzählen komplexer wurde.

Endszene. Nicht anschauen, wer sich die Spannung nicht verderben möchte.

Lenya - Die größte Kriegerin aller Zeiten
Sat.1- oder RTL-Produktion, deren Titel mir ebenso entfallen war wie die Handlung. Zum Glück gibt es Google. Eine junge Frau im guten alten Germanien kämpft gegen einen bösen König und dessen Hexenverbündete. Die so gut wie einzige Szene, die mir in Erinnerung geblieben ist, war ihre Begegnung mit Wodan in der Gestalt des Wanderers. Natürlich war er zu jung, und Ausstrahlung gleich null, aber gefallen hat mir die Idee doch.


The Lord of the Rings / Der Herr der Ringe
Gilt heutzutage als Fantasy-Bibel, in meinen Augen fälschlicherweise. Alles, was danach kam und sich mehr oder minder auffällig daran anlehnt, ist Fantasy; Tolkien hat eine Mythologie geschrieben, die altnordische Sagas und christlichen Glauben miteinander verknüpft. Seine Elben sind nach Tolkiens eigener Aussage Menschen, die nie den Sündenfall durchlebt haben und daher noch eine ursprüngliche Schöpferkraft besitzen, die andere als Zauberei bezeichnen. Die Verfilmung gibt das Licht in seinen Büchern (bis auf eine einzige Szene) nicht im geringsten wieder und konzentriert sich auf völlig überzogene Action. Ein schönes Werk des Autors zu Realität und Mythos ist Smith of Wootton Major, eine Parabel über sein künstlerisches Schaffen.

Warum gibt es die Szene nur auf Spanisch??


The Mists of Avalon / Die Nebel von Avalon
Die Verfilmung hat mit dem Buch lediglich vage Ähnlichkeit, was aber nur von Vorteil sein kann, wie ich finde. (Bin durch das Buch nie durchgekommen.) Das Aufeinandertreffen von altem Götterglauben und Christentum vor dem Hintergrund der Artus-Sage – oder andersherum?


Die Nibelungen
Ob Wagner oder Lang, es wimmelt nur so von Alben, Walküren und Nixen. Die Handlung dürfte zumindest in Umrissen bekannt sein.

Hm – tonlos.

Zum Glück mit Ton. :)


Peer Gynt
Und noch mal besitzergreifende Wesen: Als Antiheld Peer Gynt nicht bereit ist, sich das Auge ritzen zu lassen, um die Koboldvision zu erhalten, sieht er sich gezwungen, hastig Abschied von seinen Gastgebern zu nehmen.

In der Halle des Bergkönigs

Tannhäuser
Nachdem er Jahre im Reich der Göttin Venus verbracht hat, findet der Sänger Tannhäuser kein Willkommen mehr bei den Menschen. Nur seine große Liebe Elisabeth und sein Freund Wolfram von Eschenbach stehen zu ihm. Gewisse Parallelen zu Hans Heiling sind nicht zu übersehen, aber die Handlung ist wesentlich christlicher geprägt.

Undine / Rusalka / Die kleine Meerjungfrau / Arielle
Quasi immer die gleiche Geschichte, nur teils mit Happy End und teils ohne. Seejungfrau oder Nymphe verliebt sich in einen sterblichen Prinz / Adligen, der sich jedoch für eine andere entscheidet. Wahlweise stirbt als Folge sie oder er – nur in Hollywood und bei Lortzing bekommen sie sich (wenn auch – in letzterer Variante – erst nach dem Tod des Treulosen).

Undine, mit Lucia Popp.

Der Charakter des Kühleborn dürfte einzigartig in der Reihe der Wasserkönige sein; im Gegensatz zu seinen Kollegen aus ähnlichen Sagen ist er interessiert an den Menschen, wenn auch nur in der Hinsicht, daß er herausfinden möchte, ob die Sterblichen, die eine Seele besitzen, besser sind als die Wesen der Natur. Wie sich schnell erweist, schneiden wir Menschen im Vergleich nicht wirklich gut ab – eine Lehre, über die man mal nachdenken sollte.

Rusalka

Die kleine Meerjungfrau. “Meine” Version! Was haben wir als Kinder geheult!

Arielle aka The Little Mermaid

Ich vermute, daß ich eine Menge Beispiele vergessen habe, die mir in den kommenden Tagen/Wochen einfallen werden. Fortsetzung also nicht ausgeschlossen.

9
Apr
2008

„Sie haben drei Tage, nicht mehr und nicht weniger…“

In der kanadischen Fernsehserie Twice in a Lifetime (Zweimal im Leben) erhalten frisch Verstorbene vom himmlischen Richter Othniel die Chance, ihr vermurkstes, verflossenes Leben geradezurücken, indem sie zu einem entscheidenden Punkt zurückkehren und ihr jüngeres Ich davon abhalten, einen schwerwiegenden Fehler zu begehen. Daß sich das nicht immer so einfach gestaltet, kann man sich denken… Begleitet von ihren himmlischen Bewährungshelfern Mr. Jones (1. Staffel) und Mr. Smith (2. Staffel) müssen sich die sturen, verbitterten oder selbstmitleidigen Protagonisten mit ihrem ebenso sturen, verbitterten oder selbstmitleidigen Ich herumschlagen, bevor sie daran gehen können, die Verhältnisse zu ändern – und sie haben dafür nur drei Tage Zeit.
Von rührend bis brüllend komisch reicht dabei die Bandbreite der Episoden. Eine der wirklich gelungenen, wie so oft ignorierten Serien, von denen leider nur vier Folgen auf DVD veröffentlicht wurden: Klick und Klick.

Erinnert das Konzept übrigens nur mich an Reinkarnation? Auch dabei muß jeder von uns zusehen, daß er seine Fehler ausbügelt, um nicht für den Rest seines Daseins darunter zu leiden. Und unsere Bewährungshelfer haben wir auch alle dabei… schade nur, daß sich die wenigsten so gut mit ihnen unterhalten können wie mit Messrs. Jones & Smith. ;-)

"Dirigenten kommen und gehen, die Berliner Philharmoniker bleiben"

Trip to Asia begleitet die Berliner Philharmoniker unter Dirigent Sir Simon Rattle auf ihrer zweiten Asien-Tournee. Zwischen Auftritten in Beijing (Peking), Seoul, Shanghai, Hongkong, Taipeh und Tokio erhält der Zuschauer Einblicke in das Leben hinter den Kulissen, in die Hoffnungen und auch Ängste der 126 Orchestermitglieder. Zu Wort kommen dabei neben - verpflichtend! - Simon Rattle Musiker aller Alters- und Rangstufen, von Mitgliedern im gefürchteten Probejahr (nach dessen Ablauf vom Orchester mit 2/3-Mehrheit über lebenslange Aufnahme oder Entlassung entschieden wird) bis hin zu Veteranen, die kurz vor ihrem Ruhestand stehen. Statt der gesichtslosen Masse, die man in Konzerten bewundert, lernt man hier sehr unterschiedliche Charaktere kennen, die mit dem großen Problem Karriere/Familie jonglieren müssen, die die Voraussetzung, Perfektion vor persönliche Tiefpunkte zu stellen, hinterfragen, die ihre Außenseiterrolle erst mit der Aufnahme in das Orchester überwunden haben, die mit verminderter Leistungsfähigkeit im Alter kämpfen, die ihr Ego zugunsten des Ganzen zurückstellen müssen, die gleichzeitig ihre eigene Persönlichkeit inmitten des Kollektivs zu wahren versuchen - kurz, die alle auf der Suche nach Einklang sind.

Getragen von der Musik Beethovens, Strauss' und Adès' vermittelt Trip to Asia einen faszinierenden Blick in die Höhen und Tiefen des Spitzenorchesters, das sich in professionellen Fragen dem Dirigenten unterordnet, aber sonst ein großes Selbstverständnis besitzt. Die wohl beeindruckendste Szene ist das Konzert in Taipeh, das im Freien auf zahlreiche Großleinwände übertragen wurde - mit dem Ergebnis, daß sich Rattle & Co. nach Verlassen des Konzerthauses vor einer jubelnden und kreischenden Menschenmasse wiederfanden, wie man es eigentlich nur bei Rockstars erwartet...

Eine erhellende, niemals langatmige Dokumentation, die mich ausgesprochen beeindruckt hat. Zwar hatten wir in unserer Vorstellung zuerst einige Tonprobleme (erledigten sich zum Glück nach einer Weile), und das Pärchen hinter uns hätte sich vielleicht Gedanken darüber machen sollen, daß es Filme gibt, in denen knisternde Chipstüten okay sind, und solche, in denen sie es nicht sind, aber davon ab ein wirklicher Genuß!
Offizielle Seiten:
www.triptoasia.de
www.boomtownmedia.de

Kurzer Trailer (2:30)

Langer Trailer (5:15)

Facing The Giants

Seit sechs Jahren ist Grant Taylor Football-Coach der Shiloh Eagles, und noch nie hat er sein Team zum Sieg geführt. Als ihm die Absetzung droht und er zudem noch erfährt, dass seine Frau und er keine Kinder bekommen können, entdeckt er eine ganz neue Strategie sowohl für sein Team als auch für sein Leben: Gib dein Bestes zu Ehren Gottes und laß Ihn den Rest machen.

Ja, natürlich ist der Film schwer christlich gewichtet. Aber er ist auch witzig und ergreifend und ein Gute-Laune-Film mit einem tollen Soundtrack. Wer sich am Ende trotz aller Vorhersehbarkeiten nicht mitfreut, hat einfach kein Herz. Sehr beeindruckt war ich von der schauspielerischen Leistung der Darsteller, die ausnahmslos Laien sind – professionelle Schauspieler hätten es nicht besser machen können. Unvergeßlich Pastor Jim McBride als fieser Coach der Richland Giants, Bobby Lee Duke!
Lohnenswert ist außerdem der Audiokommentar der Gebrüder Kendrick, in dem man den Humor ihres Drehbuchs sofort wiederfindet. Auch der Rest des üppigen Bonusmaterials der DVD ist einen Blick wert.

Offizielle Seite: Facing The Giants

Ein Licht in zynischen Zeiten: Der Wunderapostel

Erzählen Sie einem beliebigen Menschen etwas von geistigen Werten. Im besten Fall setzt Ihr Gegenüber eine höflich-ernste Miene auf und macht „Hm“. Im weitaus üblicheren Fall ernten Sie ein Grinsen, gepaart mit einer Bemerkung, die das Gespräch schnell wieder in „leichtere“ Bahnen lenken soll – man nennt es auch Lächerlichmachen oder Spott. Angesichts dessen war Thomas Busses Idee, die Bücher „Der Sonnenbruder“ und „Der Wunderapostel“ von Hans Sterneder zu verfilmen, durchaus ein gewagtes Unternehmen.
Als Diplom-Sozialpädagoge hatte er sich bereits seit längerer Zeit mit dem Einfluß der Medien auf Kinder und Jugendliche beschäftigt. Seine Überlegung war nun, dass, wenn Filme mit gewalttätigem Inhalt die Gewaltbereitschaft von Menschen fördern, es im Umkehrschluß auch gelingen müsste, durch positive Filme das Gute im Menschen zu unterstützen. Finanziert durch die Grete-Häusler-GmbH, einem Ableger des Bruno-Gröning-Freundeskreis, dem Busse damals verbunden war (was ihm und seinem Film teilweise massive Kritik einbrachte) und fast komplett mit Laiendarstellern besetzt, ist „Der Wunderapostel“ ein in mehr als einer Hinsicht interessantes Projekt und inzwischen einer der meistbegehrten Artikel bei eBay… (Wer den Film auf DVD veröffentlichen würde, dürfte sich der Dankbarkeit einer Menge Leute sicher sein!)
Die Adaption der Romanvorlagen ist sehr frei gehalten; Beatus’ Geschichte bleibt recht nah am Original, aber das meiste andere wurde doch stark verändert. Zum Vorteil des Films, wie ich persönlich finde – „Der Sonnenbruder“ war schön zu lesen, aber beim „Wunderapostel“ habe ich sehr schnell das Handtuch geworfen.

Zur Handlung: Nach einem Unfall, der seine brilliante Karriere als Geiger zerstört hat, zieht Beatus Klingohr als Vagabund durch die Lande, auf der Suche nach den Antworten auf die großen Menschheitsfragen: Was ist der Sinn des Lebens? Warum existiert Leid, wenn es einen gerechten Gott gibt? Auf seinen Wanderungen hört er von einem geheimnisvollen Mann, den man den Wunderapostel nennt und in dessen Gegenwart Heilungen geschehen sein sollen. Beatus begibt sich auf die Suche nach ihm und findet ihn schließlich auch. Was er von nun an in dessen Nähe erlebt, öffnet ihm die Augen zu einem ganz neuen Weltverständnis…

Thomas Busse selbst spielt den Wunderapostel, die Jesus-Gestalt des Films, wurde allerdings in der Endfassung synchronisiert. Kritiker haben ihm vorgeworfen, Bruno Gröning in dem Charakter verklärt zu haben. Dazu kann ich wenig sagen, da ich Grönings Lehre nicht tiefergehend kenne. Die Übereinstimmungen der im Film genannten Punkte zur Gralsbotschaft Abd-ru-shins, auf der meine eigene Überzeugung beruht, sind allerdings bemerkenswert: „Gott straft nicht. Der Mensch schafft sich das Leid selbst, weil er sich von der göttlichen Kraft abgeschnitten hat.“ So ungefähr dürfte der Kern der Aussage lauten.
Ein ganz anderer Kritikpunkt ist die künstlerische Qualität des Films, und da muß ich leider teilweise zustimmen. Angesichts der Tatsache, dass zu 99,9% Laien vor der Kamera stehen, kommen die Dialoge oft sehr hölzern und gekünstelt rüber.
Davon abgesehen ein ungewöhnlicher Film mit wundervoller Musik weit abseits des Mainstreams, von dessen Art es erheblich mehr geben sollte!

Kaufmöglichkeiten: Mau. Bei eBay wird das Video dann und wann angeboten, der durchschnittliche Verkaufspreis liegt bei 25 Euro. Ich habe auch schon ein Exemplar im ZVaB entdeckt. Es hat wenig Sinn, beim Grete-Häusler-Verlag anzufragen; seit es zwischen ihnen und Thomas Busse Konflikte gab, führen sie den Titel nicht mehr im Sortiment. Also: Augen und Ohren offen halten und die unsichtbaren Helfer um Unterstützung bitten.

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