Das ist lange her, und manche Einzelheiten hatte ich schon wieder vergessen… Der Einfachheit halber habe ich meinen Bericht, den ich damals brühwarm an Stacy geschrieben hatte und der in gekürzter Form auf ihrer Website zu finden ist (s. Links), aus dem Englischen übersetzt und ggf. ein paar Ergänzungen hinzugefügt. Dazu muß erwähnt werden, dass wir beide bis zu dem Zeitpunkt wenig über die Handlung wussten; die Zusammenfassung im CD-Booklet ist nicht sehr ergiebig und streckenweise sogar falsch. Ich hatte daher besonders auf die Szenen geachtet, die wir noch nicht kannten.
Palsgaard, von dem auf dieser Seite ja häufiger die Rede ist, ist ein ehemaliges Gut, das heute mehrere Firmen beherbergt, wobei das Herrenhaus selbst meines Wissens noch bewohnt wird. Das Anwesen ist sehr schön, mit mehreren Teichen und viel Rasenfläche. Jedes Jahr im Sommer finden dort die Freiluftspiele von Palsgaard statt, die immer einen gewissen Volksfestcharakter haben: Man kann einen Picknickkorb bestellen oder mitbringen, es gibt Getränkeausschank und heiße Würstchen, und im allgemeinen rücken die Bewohner der umliegenden Ortschaften schon Stunden vor Beginn der Vorstellung mit Kind und Kegel an, so dass man auf den Wiesen oftmals ganze Sippenverbände lagern sieht.
Das Bemerkenswerte an Dänemark, zumindest auf dem Lande, ist die Ehrlichkeit, die man sich dort entgegenbringt und die auch vorausgesetzt wird. Viele Bauern oder Hobbyhandwerker stellen ihre Waren an die Straße, mit einem Preisschild versehen und einem Karton oder Glas für das Geld daneben, und der Käufer bedient sich und wirft seinen Obolus ein. Es funktioniert! Dementsprechend gibt es auf Palsgaard zwar einen Haupteingang beim Parkplatz, wo man auch Programmhefte erstehen kann, aber da das Gelände nicht eingezäunt ist, kann man problemlos ohne Eintrittskarte dazukommen und sich die Vorstellung ansehen – nur einen der 1000 Stühle bekommt man in dem Fall natürlich nicht.
So kam ich auch zum ersten Mal an den Ort künftiger Schandtaten - mit Eintrittskarte ;-), aber durch den „Hintereingang“. In diesem Fall näherte ich mich der Bühne von der Rückseite, was beeindruckend genug war, aber kein Vergleich mit der Frontansicht. Sagenhaft! Das Ding war riesig, keine popelige Provinz-Kulisse, sondern von den Ausmaßen her durchaus bühnentauglich. Es gab Säulen und „Marmor“treppen, obenauf nachgebildete griechische Statuen und ein Gefäß, in dem sich eine dieser roten Stoffröhren befand, die man von unten anpustet, damit sie flattern wie eine Flamme. Diese sollte die „Flamme des Atlas“ symbolisieren, wie ich während der Vorstellung erfuhr. Mit Ende des ersten Aktes und dem Tod Atlas’ erlosch sie. Ebenfalls auf der Bühne befand sich ein kleines Becken mit einem Wasserspeier in Form eines Fisches. :-) Das Orchester saß rechts, integriert in die Kulisse. Sehr schick gemacht! Die Bühne selbst lag direkt an einem der Teiche, um den herum bei Anbruch der Dunkelheit Fackeln angezündet wurden. Ein ehemaliges Stallgebäude oder eine Remise auf der anderen Seite diente als Garderobe für die Darsteller.
Vor der eigentlichen Aufführung gab es die obligatorische Begrüßungsrede und Einführung, in der die wichtigsten Fakten über das Setting erklärt wurden (u.a. die Flamme), und dann konnte es losgehen.
Der erste Akt begann wie auf der CD mit dem Lied der Sirenen. In diesem Fall war es eine Einspielung, da sich die Sirenen offensichtlich zu sehr auf ihren Tanz konzentrieren mußten, um zu singen. ;-) Die Seeleute und Soldaten hatten eine Strophe mehr als auf der CD, aber sonst blieb einschließlich des Paktes alles wie gewohnt. Als nächstes sahen wir den Thronsaal. Atlas auf seinem Thron, Miranda (seine Geliebte, nicht Adalenas Kammerzofe) an seiner Seite. Koptos fragt, was mit Atlantis geschehen wird [die Flamme im Tempel droht zu erlöschen, was den baldigen Tod des Herrschers ankündigt] und wird von seinem Hohepriester zurechtgewiesen, aber Atlas erlaubt Koptos, die Seherin Livilla zu befragen. In Trance sieht sie zwei Männer, der eine reinen Herzens, der andere finster – mehr habe ich nicht verstanden, nur daß Atlas sterben würde, daß er ermordet würde. [Und das ist tatsächlich alles, was sie sagt.]
Natürlich sind die Anwesenden entsetzt. Die Nachfolge wird diskutiert. Ich könnte hier sehr falsch liegen, aber ich glaube, Miranda sagt, sie könne Atlas immer noch einen Erben schenken. Der Hohepriester braust auf; schließlich ist sie nur eine Konkubine. Er schlägt den jungen Prinzen Sceptor als Ehemann für Adalena vor, und als sie eintritt, wird ihr von Atlas mitgeteilt, wie entschieden wurde. Sie protestiert, er sagt, um Atlantis’ Willen müsse es sein. Sie läuft weg und besucht in Verkleidung die Stadt.
Der Marktplatz. Eine Obsthändlerin äfft tanzende Mädchen nach, die als Rache fast ihren Wagen umwerfen. Adalena sieht sich die Stände an. Kinder spielen Ball; Silvan, der vorbeikommt, bekommt ihn zu fassen und lässt sie danach jagen. Er und Adalena stoßen zusammen, sehen sich empört an und gehen ihrer Wege. Silvan klaut einen Apfel von der wütenden Obsthändlerin. Plötzlich ruft jemand, dass er ein Schiff sehen könne. Alles wartet gespannt, dann ruft er: "Es ist Jabbadoor!" Alles jubelt und läuft zum Hafen. Silvan will ihnen folgen, aber sein Chef legt Veto ein. Also bleibt er zurück und singt sein "Alle andre steder". Adalena trifft derweil drei männliche Prostituierte [jedenfalls sahen sie so aus - das Musikstück lautet übersetzt „Freier“, womit sie natürlich auch ganz einfach Verehrer sein können, wie es bei der Aufführung in Vejle der Fall war], die sehr niedlich mit ihr flirten. Sie tanzen um sie herum, schmachten sie an, und sie tragen diese lächerlich kurzen Tunikas, unter denen man, wie sie sie an einer Stelle heben, goldene Unterwäsche sehen kann... Jeder lag auf dem Boden vor Lachen! [Es ist schwer, den Humor in dieser Szene zu beschreiben, wie ich beim nochmaligen Lesen feststellen muß. Sie klingt einfach albern, was sie in gewisser Weise auch war, aber diese drei Typen brachten sie großartig rüber; ich habe selten so gelacht! „Lille søde pige...“ :-)] Aber natürlich war es nur eine leichte Version der folgenden Szene, "Voldtægten".
Silvan erzählt Jabbadoor, daß sein Vater ein Krieger war, muß aber zugeben, daß er ihn nie gekannt hat. Jabbadoor – da bin ich mir nicht sicher – schenkt ihm entweder einen Gefallen oder sagt ihm, möglicherweise würde er seine Dienste noch einmal benötigen. [Eher letzteres. Wenn ich in Vejle richtig zugehört habe, ist es mehr so ein nichtssagendes Gerede.] Silvan und Adalena verabreden sich für den nächsten Tag im Pfirsichhain. Glücklich – er hat gerade das Mädchen seiner Träume getroffen! - und stolz – der große Heerführer hat mit ihm gesprochen! – läuft Silvan nach Hause und erzählt seiner Mutter, was geschehen ist. [Sie glaubt zunächst, er schneide auf.] Dann fragt er sie, wie sie seinem Vater begegnet ist. "Fra første sekund".
Die Audienz. Die Priester verlangen, dass Jabbadoor seinem falschen Glauben entsagt, anderenfalls würde Poseidons Zorn Atlantis treffen. Er lehnt sehr unhöflich ab. Atlas tritt ein, Jabbadoor präsentiert ihm reiche Geschenke, die im Feldzug erbeutet wurden, darunter drei orientalische Tänzerinnen. Dann beginnt er darüber zu reden, dass Atlas keinen Erben hat, und dass das Volk ihn (Jabbadoor) liebt und als nächsten König respektieren würden. Atlas fühlt sich sichtlich unwohl in seiner Haut (schließlich weiß er von Kelvins Ermordung). Er sagt Jabbadoor, sie würden sich seit langer Zeit kennen, aber dies könne nicht geschehen, weil Jabbadoor nicht von adligem Geblüt ist. Weiterhin teilt er ihm mit, dass Adalena Sceptor heiraten solle. Dann geht er hinaus. * Miranda tritt an Jabbadoor heran und sagt, Adalena wolle mit ihm sprechen. Er sieht sie scharf an und fragt, ob sie sich schon einmal begegnet sind, denn sie erinnere ihn an ein Mädchen, das er einst gekannt habe. Ihre Antwort ist ausweichend, und sie geht ab. Adalena kommt herein, Jabbadoor spielt auf den Vorfall am vorigen Abend an und stellt fest, dass sie ein Kind war, als er aufbrach, und nun eine Frau ist. Man kann hier bereits die Anfänge sehen, denn er ist sichtlich zu ihr hingezogen, und später bei der Beisetzung (2. Akt) kann er kaum seine Augen von ihr abwenden. Adalena bittet ihn, mit ihrem Vater über ihre Zukunft zu sprechen, aber er muß ablehnen, da er zur Zeit nicht gerade Atlas’ Wohlwollen besitzt. Sie geht hinaus, er befiehlt Zan-Zan, Atlas zu töten, denn als Hofnarr würde ihn niemand verdächtigen. Zan-Zan ist nicht sehr glücklich darüber.
* [Die Reihenfolge stimmt irgendwie nicht. Es gibt da nämlich den üblichen Lacher, wenn Jabbadoor kochend vor Wut nach der Audienz von Zan-Zan angesprochen wird: „Wie lief die Audienz?“ :-) Die letzte Szene ist demnach vor dem Gespräch mit Miranda anzusiedeln. Oder doch nicht? Nachdem ich die offzielle Szenenübersicht gesehen habe, bin ich völlig verwirrt.]
Der Pfirsichhain. Silvan und Adalena picknicken. Er bietet ihr Trauben an, und sie meint, die müssten sehr teuer gewesen sein. "Nein! Ich kenne eine Obsthändlerin..." :-) Doch dann beichtet sie ihm, wer sie wirklich ist. "De sorte skyer".
Silvan geht in eine Taverne und ertränkt seinen Kummer. Zan-Zan, der gleiches tut, spricht ihn an. "Hold dig til helte". Nettes Detail hier: Vier Pseudo-Cancan-Tänzerinnen, auf deren Unterhöschen "Zan-Zan" steht...
Im Palast: Adalena erzählt Miranda von Silvan. "Den feber kaldes kærlighed". Nach der früheren Szene glaube ich, dass Mirandas alte Liebe Jabbadoor war, obwohl es nie explizit gesagt wird. Atlas kommt hinzu, Miranda verschwindet, und Atlas und Adalena haben einen heftigen Streit, an dessen Ende sie hinausrennt und schreit: "Ich hasse dich!" "Atlas' elegi".
"Frk. Consida" – nett war hier die Art und Weise, wie Zan-Zan beiläufig einwirft: "Han er søn af Kelvin."
Die große Feier. "Hil Atlantis"; eine GROSSARTIGE Szene. Das gesamte Ensemble auf den Treppen, Atlas und Miranda auf dem Thronpodest im Hintergrund, und Jabbadoor im Vordergrund.
"Rrokenka". Silvan wird vom Hohepriester erwischt, als er Adalena küsst, und vor Atlas gebracht. Adalena und Miranda versuchen für ihn zu sprechen, aber Atlas läßt ihn in den Kerker werfen. Szene, in der Atlas und Miranda zu Bett gehen.
Jabbadoor und Zan-Zan suchen Silvan auf, überreden ihn, Atlas zu töten, und geben ihm einen Dolch ("Der Dolch der Rechtschaffenheit") und Adalenas Halskette, die sich Zan-Zan irgendwie aneignen konnte. Vermutlich eine Entscheidung der Regie, denn eigentlich hatte Adalena sie Silvan im Pfirsichhain gegeben, oder? "Mordet på Atlas", "Flugten".
Der zweite Akt begann mit einer Prozession. Mit Fackeln und etwas, das Atlas’ verhüllte Leiche sein sollte (er schien im Tode geschrumpft zu sein), zog das gesamte Ensemble von hinten an den Zuschauern vorbei, hinunter zum Teich und von dort auf die Bühne, wo der Leichnam verbrannt wurde - natürlich nicht wirklich. Dann warnten die Priester wieder. "Guderne har forbudt det". Die Priester entscheiden sich zu fliehen. Der Hohepriester ernennt Koptos zu ihrem Anführer, weil er selbst zurückbleiben würde – den Grund habe ich nicht verstanden. Aber es ist nur ein Vorwand, denn er tritt sofort zum neuen Staatsglauben über. Soldaten werden ausgeschickt, um die übrigen Priester zu finden. Livilla warnt erneut, dieses Mal Jabbadoor und Adalena. Jabbadoor gefällt das überhaupt nicht, daher muß sie den Palast verlassen. Salene wird vor ihn geführt, doch sie weigert sich, Silvans Versteck zu verraten. Es gibt außerdem eine berührende kleine Szene, in der sich Miranda Jabbadoor anbietet. Er kann das Angebot nicht annehmen, aber er ernennt sie zur Hohepriesterin.
Komischerweise folgt gleich darauf "Adalena forføres” [was ich bis heute für eine der schönsten Szenen des Musicals halte]. Sie ist traurig und einsam und muß vermuten, dass Silvan der Mörder ihres Vaters ist. Jabbadoor überzeugt sie, dass Silvans angebliche Liebe nur ein Trick war, und bietet ihr seine Stärke und seinen Schutz an. Was von einer der netten Murmelszenen des Publikums gefolgt wurde, soll heißen es gab Raunen und leise Unruhe, denn sie zeigten tatsächlich… etwas auf der Bühne. Natürlich nicht alles (Kinder und alte Leute waren anwesend... ;-) ), aber sie kamen zu einem Punkt, an dem sie sich wirklich aus einem Großteil ihrer Kleidung halfen und miteinander ins Bett stiegen.
Das schlafende Pärchen im Hintergrund, tritt Silvan auf und singt "Adalena". Zurück zum Palast. Jabbadoor wird von fernem Donner geweckt. "Bøn til Ba'al Zebub". Adalena erwacht und fühlt sich eigenartig. Sie kann noch immer Jabbadoors Berührungen fühlen, und es ist kein gutes Gefühl. Daher geht sie zu Salene in den Kerker. Zuerst hält Salene sie für Jabbadoors Spionin, doch dann erfährt sie, wer Adalena wirklich ist, und berichtet ihr von Silvans letzten Worten. Auftritt Miranda zum "Kvinde-terzet". Miranda geht, Adalena und Salene sprechen noch kurz miteinander, dann "Hvis der er en hersker".
Der Mondtempel und "Morgen på Atlantis". Die Priester finden Silvan und beschuldigen ihn, ein Verräter und Königsmörder zu sein, doch er wiederholt einfach immer wieder, dass er unschuldig ist. Schließlich hört Koptos ihm zu, aber als er erfährt, dass Silvan plant, Jabbadoor zu töten, nimmt er Kelvins Schwert – das Salene Silvan gegeben hat – an sich und sagt, Silvan müsse sich ohne die Waffe beweisen. Im diesem Moment finden drei von Jabbadoors Soldaten sie. Silvan greift nach dem Schwert, Koptos weicht aus. Glücklicherweise ändert er seine Meinung, als die Lage wirklich schlecht aussieht, und wirft Silvan das Schwert zu (netter Stunt!), während die Priester sich mit ihren Stäben verteidigen. Zum Schluß sind nur noch Silvan, Koptos und ein Soldat am Leben. Silvan und Koptos verkleiden sich als Soldaten und kehren in die Stadt zurück. Der Soldaten kommt nach Koptos’ K.O.-Schlag wieder zu sich, sieht seine gefallenen Kameraden und überlegt verzweifelt, wie er das erklären soll. Er findet Adalenas Halskette, die Silvan während des Kampfes verloren hat, und geht, um Bericht zu erstatten. Jabbadoor ist nicht erfreut und lässt ihn in den Kerker werfen, während Zan-Zan die Kette an sich nimmt und Adalena aufsucht, die Jabbadoor sucht – äußerst aufgebracht. Zan-Zan verspottet sie; sie schreit, dass Silvan sie befreien wird. Er zeigt ihr die Kette, erzählt, Silvans sei in der Schlacht umgekommen und sie werde Jabbadoor heiraten. Sie kehrt zu Salene zurück, die so übel geschlagen und gefoltert worden ist, dass sie in Adalenas Armen stirbt. "Vi er blinde".
Nächstes: Schaurig und eine weitere Murmelszene! Das Volk hat sich zu einem Gottesdienst für Ba'al Zebub versammelt, der in der Opferung eines jungen Mädchens gipfelt. Der Hohepriester verkündet die bevorstehende Vermählung von Jabbadoor und Adalena. "Hold på Jabbadoor". Livilla taucht auf und prophezeiht Atlantis’ Untergang. Zan-Zan befiehlt (glaube ich), sie in den Kerker zu werfen (jeder scheint den früher oder später kennenzulernen…), allerdings könnte ich mich irren oder es ist eine weitere Entscheidung der Regie, weil er sie in der nun beginnenden Orgie vergewaltigt. Silvan und Koptos haben ausgerechnet den Zeitpunkt gewählt, um in ihrer Verkleidung zurückzukehren; sie bahnen sich ihren Weg durch all die verschlungenen Körper und schauen leicht schockiert drein... :-)
Die Hochzeit. Alles wird vorbereitet. Miranda schüttet Gift in den Hochzeitskelch und sagt, dass Adalena niemals wieder zwischen sie und Jabbadoor kommen wird. Man fragt sich, ob sie nicht daran denkt, dass Jabbadoor ebenfalls daraus trinken wird? Oder vielleicht ist es ein extrem schnell wirkendes Gift, wie man später sehen wird. Das glückliche Paar (beide in schwarz) treten auf einander zu. Adalena ist verschleiert (ebenfalls schwarz); Jabbadoor lüftet den Schleier; sie gehen zum Altar, während der Chor dunkle Hymnen zu Ba'al Zebub singt. Als Adalena gerade trinken will, springt Silvan vor und rettet sie, Miranda des versuchten Mordes bezichtigend. Sie leugnet, dass Gift in dem Kelch ist, also sagt er, dann solle sie daraus trinken, und damit schüttet er den Inhalt des Kelches in ihr Gesicht. Sie schreit auf und stirbt, was irgendwie niemand mitbekommt, weil Silvan seinen Helm abnimmt und sich zu erkennen gibt. Er und Jabbadoor duellieren sich. Zuerst hat Jabbadoor die Oberhand, aber als er Silvan wegen Salene verhöhnt, ändert sich das. Jabbadoor verliert sein Schwert, und ich glaube, das war in der ersten Inszenierung der Punkt, wo Koptos ursprünglich Kelvins Schwert an sich nimmt. In dieser Inszenierung – wesentlich realistischer, wie ich finde – bekommt Jabbadoor in letzter Minute seine Waffe wieder zu fassen und ist kurz davor, Silvan zu erledigen, als Adelena ihm mit dem Dolch in der Hand befiehlt einzuhalten, anderenfalls würde sie sich töten. Jabbadoor beginnt auf sie einzureden, bittet sie, an das Kind zu denken; es sei unschuldig und hilflos, sie könnte das nicht tun. Dann springt Silvan dazwischen, nimmt den Dolch und sagt, *er* könnte es. Also läßt Jabbadoor sie gehen, schwört jedoch, Adalena wiederzufinden.
Auf dem Meer. Silvan und Adalena sitzen in einem Boot. Atlas’ Geist erscheint auf den Wellen und klagt, es sei alles seine Schuld. [As a matter of fact, er befiehlt vor allen Dingen den Sirenen, die das Boot umstürzen wollen (Reprise der allerersten Szene), die jungen Liebenden ziehenzulassen.]
Zurück auf Atlantis. "Epilog". Am Ende, als alle auf schreckliche Weise ertrinken ;-) , schoß im Vordergrund der Bühne eine Wasserfontäne empor.
Es war großartig! Mir hat es sehr, sehr gut gefallen! Der Darsteller waren natürlich alle Amateure, aber sie waren mit Begeisterung bei der Sache. Rune Møller als Silvan war einfach hervorragend. Sein "Alle andre steder" bekam einen riesigen Applaus – nur von "Hil Atlantis" übertroffen, was meiner Meinung nach nicht annähernd so gut gesungen wurde. Die Frauen - Charlotte H. Larsen (Adalena – wirklich süß), Christina Øberg (Miranda), Karin Misser (Salene) und Sanne Mikkelsen (Livilla) – gefielen mir ebenfalls alle. Peer A. Ødegaard (Atlas) war in Ordnung, nur die beiden Schurken waren ein wenig überzogen. Das ist immer das Problem; ich glaube, es ist insofern schwierig, einen Bösen zu spielen, weil man es leicht übertreiben kann, und dann wirkt es einfach nur lächerlich. Rasmus Bak (Jabbadoor) war gut in den... sagen wir, in den leiseren Szenen. Die Audienz, seine beiden Szenen mit Miranda, "Adalena forføres" und die Konfrontation mit Adalena, als sie droht, sich und das Kind zu töten - klasse! Sein "Adalena! Jeg finder dig!" ging wirklich unter die Haut, obwohl ich natürlich dachte: "Nein, das wirst du nicht..." In jedem Fall, Ulrik Andersen (Zan-Zan) übertrieb es mächtig. Ich betrachte Zan-Zan eher als Opportunisten statt als den "echten" Schurken, als der er hier porträtiert wurde. Aber mein absoluter Favorit war Hans Nielsen als Koptos! Wow!! Ich weiß nicht, ob er ein geschulter Sänger oder einfach ein Naturtalent ist, aber mir gefiel sein "Morgen på Atlantis" noch besser als das von Johnny Jørgensen. Was für eine Stimme! Die Typen, die die Priester gespielt haben, waren alle sehr gut, wobei er die größte Rolle hatte, und er war wirklich überzeugend.