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(Neben-)Beruf

10
Dez
2009

Versuchen kann man's ja

Ich war von Anfang an skeptisch, als Amazon eine neue Politik namens "Zahlung nach Versand" eingeführt hat. Gerade was Importbuchhändler betrifft, die ihre gelisteten Artikel für gewöhnlich nicht mal auf Lager haben und sie nach einer Bestellung erst beschaffen müssen. Bei den langen Versandwegen, die solche Artikel haben, ist es praktisch unmöglich, jemandem nachzuweisen, trotz Versandbestätigung (und somit Abbuchung des Betrages) sei der Artikel de facto noch in der Suchphase des Anbieters. Hey, sie müssen auch von irgendwas leben.

Sehr geehrte Frau S,

Ihre Bestellung konnten wir leider nicht ausführen, da es sich um einen Listungsfehler handelte.
Der von Ihnen bestellte Titel ist bereits vor einiger Zeit ausverkauft und kann momentan nicht besorgt werden.
Somit sind wir leider nicht im Stande den Kaufvertrag zu erfüllen.

Es handelt sich hier offensichtlich um ein Versehen, dass der Betrag durch Amazon trotzdem eingezogen wurde. Die Erstattung Ihres Kaufes via Amazon-Payments wird unverzüglich veranlasst.

Wir bitten Sie für entstandene Unannehmlichkeiten höflich um Entschuldigung.

Sicher doch. Kein Problem. Leben und leben lassen. Nur sollte man sich dann wirklich das sparen:

Sehr geehrte(r) [...],

heute wurden von [...] Artikel Ihrer Bestellung vom November
4, 2009 versendet.


==================================================
VERSANDDETAILS
==================================================

[...] enthielt die folgenden Artikel im Paket 1 dieser
Lieferung: [...]
Versanddatum: November 5, 2009
Versandgeschwindigkeit: Standard

Aber natürlich ist ein Verkäufer zur Versandbestätigung innerhalb einer gewissen und für Besorgungstitel nicht unbedingt einzuhaltenden Frist gezwungen, da sonst die Bestellung storniert wird. Was an sich auch ganz korrekt ist, da laut Amazon-Richtlinien nur Artikel angeboten werden dürfen, die tatsächlich vorliegen. Theoretisch also eine Verbesserung des Kundenschutzes, praktisch nicht so ausgereift. Wenn ich ein vergriffenes Werk aus Amiland auf Besorgungsbasis bekommen kann, soll mir als Käufer das doch recht sein. Der Verkäufer müßte einfach darauf hinweisen dürfen.

25
Sep
2009

Puh...!

Alles mal ausprobieren: Hatte kürzlich Momox getestet und bekam jetzt die erleichternde Antwort

Hallo,
Wir haben die von Ihnen eingesendeten Artikel geprüft. Wir sind froh Ihnen mitteilen zu können, daß alle eingesendeten Artikel akzeptiert wurden. Den Betrag in Höhe von 16.72 Euro werden wir innerhalb von max. 5 Tagen zur Überweisung freigeben.

Na, das freut mich ja denn auch.

17
Sep
2009

Unsentimental

Diese Unterhaltung am Montag abend erinnerte mich irgendwie an NWN - Hordes of the Underdark... die seltsame Stadt, in der alle das genaue Gegenteil von dem machen, was sie tun sollten.

Die Piratin: "Dann schleppen sie diese alten Bücher aus den 50ern und 60ern hier an. Kein Mensch liest das! Das können sie in die Tonne hauen."
Die Wahnsinnige: "Wahrscheinlich sagen sie sich, Bücher wirft man nicht weg."
Die Piratin: "Doch!"
Die Wahnsinnige: "Ja, wir sind auch Bibliothekarinnen. Wir sehen das ein bißchen anders."

Also, liebe Leute, verabschiedet euch von dem Gedanken, in Bibliotheken säßen mehr Bücherliebhaber als anderswo. Stimmt nicht. Öffentliche Bibliotheken (wie z.B. eure Stadtbücherei) brauchen Ausleihzahlen und legen daher hauptsächlich Wert auf ein gutes Aussehen und Aktualität der Bücher. In wissenschaftlichen Bibliotheken (Unibibliothek etc.) ist das Aussehen völlig wurscht, da geht es darum, daß der Inhalt erhalten bleibt - es sei denn, es sind solche Superspezialbibliotheken wie die Anna Amalia oder so. Reine Kalkulation mit Zahlen, Nachfrage und Aufstellfläche bestimmen den alltäglichen Geschäftsgang; da ist kein Platz für Sentimentalitäten.
Und nein, niemand freut sich über Buchgeschenke aus Omas Wohnzimmerschrank - ehrlich.

11
Sep
2009

Alternative

Zumindest für alle, die schnell und unkompliziert ihre gebrauchten Bücher, CDs, Spiele etc. loswerden wollen: Momox. Ich hab's noch nicht ausprobiert, da ich ja recht firm in Sachen eBay und Marketplace bin, aber wenn dringend Platz benötigt wird, bietet sich diese Methode an. Selbst wenn's verständlicherweise nur Peanuts einbringt.

20
Aug
2009

Überlegung

Was heißt eigentlich "Europas größte PC- und Handy-Zeitschrift"? Auflagenstärkste? Verkaufsstärkste? Formattechnisch größte? (Seitenzahltechnisch wäre es definitiv eine Lüge.)

Angesichts der Macher dieser gewissen Zeitschrift halte ich die Behauptung für genau das - eine Behauptung -, und diese Überlegung haben sie sich garantiert nie gestellt, aber ich kam darüber ins Nachdenken. Worauf beruhen solche Superlativen?

31
Jul
2009

Und tschüß

Man sah es ja bereits kommen: Beginnend im September müssen bei eBay auch Artikel in den Medienkategorien kostenlos verschickt werden. Abfangen kann man das als privater Verkäufer natürlich nur über höhere Preise, was gleichzeitig bedeutet, daß eBay mehr Gebühren kassiert. Danke, das war's dann. Achteinhalb Jahre habe ich ihnen die Treue gehalten, aber wenn man dermaßen wertgeschätzt wird, wechsele ich doch komplett zu Marketplace und ggf. Hood oder Booklooker über.

Jammerschade um ein ehemals wirklich schönes Konzept.

30
Jul
2009

Blödsinnige Effekte der Technik

Reklamationsantwort:

Schicke ich Ihnen gerne Mitte August zu, da ich momentan auf Urlaub bin.
MfG
XY
A1 präsentiert BlackBerry® von Vodafone

27
Jul
2009

Grmpf

Schaurig-schön zu sehen, daß sich unterirdische Rechtschreibung und Zeichensetzung nicht nur in Deutschland immer weiter ausbreitet. Nachricht eines Verlages aus der Schweiz:

[Agentur] hat bei uns schon einige Hefte gemahnt und dies in einem Thon der nicht immer nett ist.
Finde es schon ziemlichbedenklich das [Agentur] Zeitschrift Mahnt welche doch angekommen sind. Ich werde mich ab jetzt vermehrt darauf achten und Danke Ihnen vielmals für die Info.

Nichtsdestotrotz eine positive Meldung, grabe ich unserer Haßagentur doch ein bißchen das Wasser ab. Meine Rache ist subtil, aber fürchterlich...

29
Jun
2009

Schwachsinn

Es ist erstaunlich, wie ein ehemals funktionierendes Unternehmen es zielsicher schafft, sich gegen die Wand zu fahren. Beziehungsweise unerwünschte Leute auszuschließen. So berichtete bereits vor einiger Zeit eine bekannte Zeitschrift, eBay würde darauf hinarbeiten, eine Plattform wie Amazon zu werden. Vom ehemaligen entspannten Flohmarkt-Flair ist inzwischen kaum noch was zu entdecken (es ist beachtlich, wie sehr sich das in meinen jetzt acht Jahren Mitgliedschaft geändert hat); als Verkäufer wird man immer mehr abgestraft, und nun kommt der nächste Spaß:

Kostenloser Versand wird eingeführt
Ab dem 15. Juni müssen Verkäufer in einigen Zubehör- und Accessoires-Unterkategorien kostenlosen Versand als erste nationale Versandart anbieten.


Davon betroffen sind Unterkategorien in Kleidung & Accessoires, Audio & Hi-Fi, Foto and Camcorder, Computer, TV, Video & Elektronik, Handy & Organizer sowie PC- & Videospiele. Alle weiteren Versandarten (z.B. für internationalen Versand oder Expressversand) können wie gewohnt angegeben werden. Die genaue Liste der Unterkategorien finden Sie weiter unten aufgeführt.


Häufige Fragen und Antworten

Warum legt eBay so großen Wert darauf, dass kostenloser Versand angeboten wird?


Zu hohe Versandkosten sind für viele Käufer der häufigste Grund, doch nicht online einzukaufen. Im eCommerce-Bereich hat sich daher zusehends kostenloser Versand als Marktstandard durchgesetzt. Wir haben uns dazu entschlossen, auch auf unserem Marktplatz in einigen Zubehör- und Accessoires-Kategorien kostenlosen Versand innerhalb Deutschlands einzuführen, damit wir auch in Zukunft ein attraktiver Handelsplatz bleiben.

[Attraktiv? Naja.]

Welche Vorteile habe ich als Verkäufer davon, wenn ich kostenlosen Versand anbiete? [*Das* frage ich mich auch!]

Sie machen Ihre Angebote damit einfach wesentlich attraktiver für Kunden. [Right.] Sie müssen nur die erste nationale Versandart mit „kostenlos“ angeben. Für internationalen Versand oder Expressversand können Sie weitere Versandarten und entsprechende Kosten beim Einstellen angeben.

[Zu gütig. Noch.]

Wie sorgt eBay dafür, dass die Preise für mich und meine Kunden trotzdem weiterhin akzeptabel bleiben? [Ich bin gespannt...]

Um Ihnen die Umstellung auf kostenlosen Versand zu erleichtern, bieten wir regelmäßige Sonder- und Rabattaktionen auf Gebühren an. [Aloa! Einmal im Monat mit zwölfstündiger Vorankündigung, wie immer.] So erhalten beispielsweise alle Shop-Verkäufer, die vom 6. April bis zum 30. Juni in den unten genannten Kategorien mit kostenlosem Versand anbieten, 20%-Rabatt auf die Verkaufsprovision. Bitte beachten Sie, dass dieses Angebot nur für die erste deutschlandweite Versandart gilt, d.h. nur diese muss mit „kostenlos“ angegeben sein.
[Bitte beachten Sie das Datum.]

Bitte bedenken Sie, dass diese Regelung für alle Verkäufer in den betroffenen Kategorien greift. Sie müssen also keinerlei Nachteile gegenüber Ihren Wettbewerbern befürchten. Auch andere Verkäufer müssen so kalkulieren, dass der Preis am Ende für sie selbst und Ihre Kunden akzeptabel bleibt. Unsere bisherigen Erfahrungen mit kostenlosem Versand zeigen, dass die verbesserte Preistransparenz für eine verstärktes Interesse von Seiten der Käufer sorgt und Verkäufer insgesamt steigende Umsätze verzeichnen können.

Ja, wenn man denn gewerblicher Verkäufer ist. Alle privaten werden, wie zunehmend zu beobachten, zu Amazon Marketplace abwandern. Nebenbei, liebe Verantwortliche: "Preistransparenz" hat nicht das geringste mit kostenlosem Versand zu tun - bitte überprüfen Sie Ihr BWL-Vokabular. Und weiterhin: Ihre Argumentation "Allen anderen Verkäufern geht es genauso mies" erinnert mich fatal an die Begründung, warum PayPal-Gebühren nicht auf die armen Käufer abgewälzt werden dürfen: "Es kann von Käufern nicht erwartet werden, daß sie die AGBs so genau lesen."

Sarkastisch? Ich?

12
Jun
2009

Außenwirkung

Da weiß man immer nicht, ob man lachen oder sich aufregen soll. Meine arbeitgebende Institution feiert Jubiläum. Extra zum Festakt mit vielen wichtigen Leuten wurden jetzt die Benutzertoiletten neu ausgestattet, mit neuen Klobrillen, Seifenspender und Papierhalter. Richtig schnieke, damit die Frau Ministerin keinen Schlag bekommt. Daß Nutzer und Mitarbeiter seit Jahren mit dem alten Gerümpel leben mussten (und im internen Bereich immer noch müssen), interessiert ja keinen.
Genauso der Teppichboden auf der Treppe im Nutzungsbereich, wo die Feier stattfindet: Unsere Putzfrau erzählte heute, da käme zum Festakt neuer Teppich drauf, weil überall Löcher sind. Wahrscheinlich wird er anschließend wieder abgenommen. Das ist so eine Farce, das ist schon filmreif. Eine Kollegin kommentierte, die neuen WC-Sachen würden vermutlich nach dem Festakt auch wieder abgenommen und fürs nächste Mal eingelagert…
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