Es ist erstaunlich, wie ein ehemals funktionierendes Unternehmen es zielsicher schafft, sich gegen die Wand zu fahren. Beziehungsweise unerwünschte Leute auszuschließen. So berichtete bereits vor einiger Zeit eine bekannte Zeitschrift, eBay würde darauf hinarbeiten, eine Plattform wie Amazon zu werden. Vom ehemaligen entspannten Flohmarkt-Flair ist inzwischen kaum noch was zu entdecken (es ist beachtlich, wie sehr sich das in meinen jetzt acht Jahren Mitgliedschaft geändert hat); als Verkäufer wird man immer mehr abgestraft, und nun kommt der nächste Spaß:
Kostenloser Versand wird eingeführt
Ab dem 15. Juni müssen Verkäufer in einigen Zubehör- und Accessoires-Unterkategorien kostenlosen Versand als erste nationale Versandart anbieten.
Davon betroffen sind Unterkategorien in Kleidung & Accessoires, Audio & Hi-Fi, Foto and Camcorder, Computer, TV, Video & Elektronik, Handy & Organizer sowie PC- & Videospiele. Alle weiteren Versandarten (z.B. für internationalen Versand oder Expressversand) können wie gewohnt angegeben werden. Die genaue Liste der Unterkategorien finden Sie weiter unten aufgeführt.
Häufige Fragen und Antworten
Warum legt eBay so großen Wert darauf, dass kostenloser Versand angeboten wird?
Zu hohe Versandkosten sind für viele Käufer der häufigste Grund, doch nicht online einzukaufen. Im eCommerce-Bereich hat sich daher zusehends kostenloser Versand als Marktstandard durchgesetzt. Wir haben uns dazu entschlossen, auch auf unserem Marktplatz in einigen Zubehör- und Accessoires-Kategorien kostenlosen Versand innerhalb Deutschlands einzuführen, damit wir auch in Zukunft ein attraktiver Handelsplatz bleiben.
[Attraktiv? Naja.]
Welche Vorteile habe ich als Verkäufer davon, wenn ich kostenlosen Versand anbiete? [*Das* frage ich mich auch!]
Sie machen Ihre Angebote damit einfach wesentlich attraktiver für Kunden. [Right.] Sie müssen nur die erste nationale Versandart mit „kostenlos“ angeben. Für internationalen Versand oder Expressversand können Sie weitere Versandarten und entsprechende Kosten beim Einstellen angeben.
[Zu gütig. Noch.]
Wie sorgt eBay dafür, dass die Preise für mich und meine Kunden trotzdem weiterhin akzeptabel bleiben? [Ich bin gespannt...]
Um Ihnen die Umstellung auf kostenlosen Versand zu erleichtern, bieten wir regelmäßige Sonder- und Rabattaktionen auf Gebühren an. [Aloa! Einmal im Monat mit zwölfstündiger Vorankündigung, wie immer.] So erhalten beispielsweise alle Shop-Verkäufer, die vom 6. April bis zum 30. Juni in den unten genannten Kategorien mit kostenlosem Versand anbieten, 20%-Rabatt auf die Verkaufsprovision. Bitte beachten Sie, dass dieses Angebot nur für die erste deutschlandweite Versandart gilt, d.h. nur diese muss mit „kostenlos“ angegeben sein.
[Bitte beachten Sie das Datum.]
Bitte bedenken Sie, dass diese Regelung für alle Verkäufer in den betroffenen Kategorien greift. Sie müssen also keinerlei Nachteile gegenüber Ihren Wettbewerbern befürchten. Auch andere Verkäufer müssen so kalkulieren, dass der Preis am Ende für sie selbst und Ihre Kunden akzeptabel bleibt. Unsere bisherigen Erfahrungen mit kostenlosem Versand zeigen, dass die verbesserte Preistransparenz für eine verstärktes Interesse von Seiten der Käufer sorgt und Verkäufer insgesamt steigende Umsätze verzeichnen können.
Ja, wenn man denn gewerblicher Verkäufer ist. Alle privaten werden, wie zunehmend zu beobachten, zu Amazon Marketplace abwandern. Nebenbei, liebe Verantwortliche: "Preistransparenz" hat nicht das geringste mit kostenlosem Versand zu tun - bitte überprüfen Sie Ihr BWL-Vokabular. Und weiterhin: Ihre Argumentation "Allen anderen Verkäufern geht es genauso mies" erinnert mich fatal an die Begründung, warum PayPal-Gebühren nicht auf die armen Käufer abgewälzt werden dürfen: "Es kann von Käufern nicht erwartet werden, daß sie die AGBs so genau lesen."
Sarkastisch? Ich?