Abandon all hope, ye who enter here
The Tenth Circle ist mein aktueller Favorit unter allen bisher gelesenen Picoult-Werken, gerade weil der Klappentext in eine falsche Richtung deutet. Die vermutete Problematik - Vergewaltigung durch den Ex und Unglauben der Gemeinschaft - wird tatsächlich eher kurz abgehandelt, bevor sich die Geschichte in eine unerwartete Richtung bewegt. Selbstbetrug und Selbsterkenntnis sind Schlüsselthemen des Romans, gewürzt mit Alaska-Impressionen, Inuit-Legenden und Dante.
Während insbesondere Trixie und Laura zunächst als stereotypische Picoult-Frauen daherkommen (verwirrte, richtungslose Teenagerin respektive Karrierefrau), gewinnen sie im Laufe der Handlung dazu, aber die interessanteste Figur ist zweifellos Hauptcharakter Daniel, der wie sein Alter Ego, Comicheld Duncan aka Wildclaw (Mischung aus Hulk und Wolverine), mit der unterdrückten, zerstörerischen Seite seines Wesens kämpfen muß.
Ein großartiges Gimmick ist der Comicstrip, der sich quer durch das Buch zieht und der als zusätzlichen Gag eine versteckte Botschaft birgt. Ich frage mich, ob die betreffenden Panels in Übersetzungen neu gezeichnet werden mußten.
Ich konnte The Tenth Circle nach dem ersten Kapitel nicht mehr aus der Hand legen. Leseempfehlung!




