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2
Nov
2009

Marathon

Die letzte Woche war vollgestopft, daher die etwas knapp ausgefallenen Beiträge. Aber dafür gibt’s heute gleich eine ganze Auswahl an Filmrezensionen.


Fürs Fernsehen produziert, was anders als hierzulande durchaus Qualität bedeuten kann: Dawn Anna mit der wundervollen Debra Winger, basierend auf einer wahren Geschichte.
Dawn Anna (ja, Anna ist der Nachname) zieht ihre vier Kinder allein auf. Als es ihr endlich gelingt, eine Anstellung als Mathelehrerin und Volleyballtrainerin der Schulmannschaft zu finden und sie zudem die Bekanntschaft des urigen, aber sympathischen Bink macht, scheint es mit ihrem Leben aufwärts zu gehen. Doch dann wird bei ihr eine seltene Gehirnkrankheit diagnostiziert. Durch die folgende Operation verliert sie die Fähigkeit zu sprechen und zu laufen und muß beides mühsam wiedererlernen. Aber nur wenige Jahre später schlägt das Schicksal erneut zu…

Unaufdringlich, fast unspektakulär, dafür mit interessanter Kameraarbeit, wird eine überaus dramatische Geschichte erzählt. Daß am Ende dann mal auf die Tränendrüse gedrückt wird, ist erlaubt.
Neben Debra Winger glänzt vor allem Alex Van als Bink – die skurrilen Rollen sind eben immer die dankbarsten für einen Schauspieler.

dawnanna

Steven Soderberghs und Benicio Del Toros Che ist ein Vertreter dieser aussterbenden Gattung von Filmprojekten, ohne die man wohl schon längst den Glauben an den Wert des großen Kinos verloren hätte.
Der erste Teil des Mammut-Biopics beugt sich nicht den Regeln Hollywoods und macht auch nicht den Versuch dazu. Weder präsentiert er eine strikt lineare Handlung noch folgt der beständige Wechsel zwischen Ernesto Guevaras Besuch in den USA, dem Guerillakrieg und der ersten Begegnung zwischen „Che“ und Fidel Castro erkennbaren Regeln; Ausschnitte aus Interviews und Reden unterlegen Kämpfe oder Szenen im Rebellenlager oder – wieder und wieder – Nahaufnahmen der Hauptfigur. Und zu allem Überfluß finden 97% der Dialoge auf spanisch statt.
Teil 2 ist da schon wesentlich geradliniger und erinnert an klassische Vietnam-Filme mit seiner gnadenlosen Darstellung des Guerillalebens in Bolivien.

Che unternimmt keinen Versuch, eine Ikone zu stürzen. Der Mythos Che Guevara bewahrt seinen Zauber. Aber auch ohne großen Lernwert seitens des Zuschauers und ohne sonderliche Entwicklungskurve seitens der Titelgestalt bietet Che großes Kino im Autorenfilmgewand – oder andersherum.


Eine der Serien, die in meiner Jugendzeit komplett an mir vorbeigelaufen sind, ist Degrassi Junior High. Der Name war mir ein Begriff, aber damit hörte es auch auf.
Als vor einigen Jahren mit Degrassi – The Next Generation ein erfolgreiches Konzept wiederbelebt wurde, dürfte ein nicht geringer Prozentsatz der Zuschauer aus „Ehemaligen“ bestanden haben – Leute in ihren 30ern, die gute Erinnerungen an die Serie ihrer Jugend hatten. Entsprechend startet die Pilot-Doppelfolge mit einem Jahrgangstreffen der früheren Publikumshelden (die Originaldarsteller zierten sich nicht vor einem Cameo), während gleichzeitig die neuen Jungstars eingeführt werden. Zwei „Originale“ bleiben der Serie sogar erhalten – als Mutter und als Lehrer.

Die kanadische Serie hat durchweg positive Resonanz erhalten. Besonders wohltuend im Vergleich mit ihren US-amerikanischen Verwandten fällt auf, daß das Alter der jugendlichen Darsteller dem ihrer Figuren entspricht und sie menschlich-unvollkommen sein dürfen. So sieht man eben Zahnlücken, Akne und nicht ganz so vorteilhafte Hüftrundungen. Und da die Charaktere es einem leicht machen, sie zu mögen, so bizarr manche von ihnen auch sind, wird man gern noch mal zum Teenager.


Auch endlich geschafft zu sehen und nicht traurig, daß ich mir das Geld für die Kinokarte gespart hatte: X-Men Origins: Wolverine. Übersetzt sich in: Überflüssige Effektorgie, die sowohl in sich selbst als auch im Zusammenhang mit den X-Men-Filmen unlogisch ist. Die einzigen Lichtblicke sind berechtigter Fanliebling Gambit und der junge Scott, dessen Charakter in X-Men 1-3 ich wirklich mochte.
Muß man nicht sehen, vergisst man auch schnell wieder.

wolverine


Ein etwas anderer Basierend-auf-Columbine-Film ist Reunion. Gerade mal zwölf Minuten lang, schildert er im Zuge eines Jahrgangstreffens, wie die Leben der 13 Ermordeten vielleicht hätten verlaufen können. Eine anrührende Was-wäre-wenn-Geschichte, die das Ende um so schrecklicher macht. Nicht im Handel erhältlich, kann aber problemlos on demand geordert werden.

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