9
Apr
2008
"Eigentlich ist das Wichtigste auf der Erde, Erfahrungen zu sammeln."
Klar: Viele Leser werden ihre Erlebnisse als Spinnerei oder esoterisches Gewäsch abtun. Andererseits werden andere Leser über diese Leser den Kopf schütteln und sich fragen, wie man so blind sein kann. Ich jedenfalls freue mich auf Frau Kubitscheks angekündigtes neues Buch.
„Sie haben drei Tage, nicht mehr und nicht weniger…“
Von rührend bis brüllend komisch reicht dabei die Bandbreite der Episoden. Eine der wirklich gelungenen, wie so oft ignorierten Serien, von denen leider nur vier Folgen auf DVD veröffentlicht wurden: Klick und Klick.
Erinnert das Konzept übrigens nur mich an Reinkarnation? Auch dabei muß jeder von uns zusehen, daß er seine Fehler ausbügelt, um nicht für den Rest seines Daseins darunter zu leiden. Und unsere Bewährungshelfer haben wir auch alle dabei… schade nur, daß sich die wenigsten so gut mit ihnen unterhalten können wie mit Messrs. Jones & Smith. ;-)
"Dirigenten kommen und gehen, die Berliner Philharmoniker bleiben"
Getragen von der Musik Beethovens, Strauss' und Adès' vermittelt Trip to Asia einen faszinierenden Blick in die Höhen und Tiefen des Spitzenorchesters, das sich in professionellen Fragen dem Dirigenten unterordnet, aber sonst ein großes Selbstverständnis besitzt. Die wohl beeindruckendste Szene ist das Konzert in Taipeh, das im Freien auf zahlreiche Großleinwände übertragen wurde - mit dem Ergebnis, daß sich Rattle & Co. nach Verlassen des Konzerthauses vor einer jubelnden und kreischenden Menschenmasse wiederfanden, wie man es eigentlich nur bei Rockstars erwartet...
Eine erhellende, niemals langatmige Dokumentation, die mich ausgesprochen beeindruckt hat. Zwar hatten wir in unserer Vorstellung zuerst einige Tonprobleme (erledigten sich zum Glück nach einer Weile), und das Pärchen hinter uns hätte sich vielleicht Gedanken darüber machen sollen, daß es Filme gibt, in denen knisternde Chipstüten okay sind, und solche, in denen sie es nicht sind, aber davon ab ein wirklicher Genuß!
Offizielle Seiten:
www.triptoasia.de
www.boomtownmedia.de
Langer Trailer (5:15)
Erdenbann, von Oskar Ernst Bernhardt
Johannes Lippmann ist das klassischste und zugleich negativste Beispiel eines Naturwissenschaftlers, das man sich denken kann: Was die fünf Sinne, Mikroskop und Lehrbuch nicht beweisen, gibt es nicht. Sein Kollege/Konkurrent, der aufgeschlossenere Erich Wolters, und der Teeplantagenbesitzer Otto Bär beschließen, ihn mit Hilfe des indischen Yogi Ram-Lal eines besseren zu belehren. Unvermittelt findet sich Lippmann als Verwalter der Bärschen Plantage und Verlobter von Bärs Nichte Viola wieder – sein bisheriges Leben, an das er sich zu erinnern glaubt, so versichert ihm jeder glaubhaft, sei nur ein Fiebertraum gewesen…
Wie es sich für ein Lustspiel gehört, gibt es eine Menge komischer Situationen, Verwechslungen und natürlich Liebe mit Happy End. Anklänge an die späteren Schriften des Autors finden sich hauptsächlich in der Figur des Ram-Lal, und damit, so könnte man denken, wäre das genug Stoff für einen schönen Abend.
Weit gefehlt. Denn was den Vierakter von anderen, ähnlichen Werken abhebt, ist das beeindruckende Vor- und Nachspiel, das inhaltlich mit der Haupthandlung nichts zu tun hat, sie aber in einen viel größeren Zusammenhang rückt.
Mensch (kraftvolle Gestalt mit langem, schwarzem Barte, altgriechische Tracht. Flehend): Licht! Licht!
Mensch: Urquell des Seins, ich rufe Dich! Die Menschheit drängt nach Licht auf Erden!
Mensch (dringender): Hüll Dich in Schweigen und in Nacht, ich wanke nicht! Geheimnisvolle Allgewalt, hör’ meinen Ruf!
Mensch: Du kannst mich nicht vergebens rufen lassen, der Du die Schöpfung selbst andauernder Entwicklung unterwirfst. Du legtest in mich Drang nach Wissen, (gesteigert) das ist Verheißung, die Erfüllung prophezeit. Du wolltest, daß ich vorwärts schreite! Hör’ meinen Ruf!
Stimme der Urgewalt (tief, rollend): Was bist Du, daß Du Dich erkühnst zu fordern?
Mensch: Dein Werk, der Mensch! Machtvoller Geist, der Du mit unsichtbarem Weben im Weltall schwebst, warum läßt Du uns so im Dunkel wallen?
Urgewalt: Was nennst Du Geist?
Mensch: Die Urgewalt, die mich erzeugte. Die mit geheimnisvoller Kraft andauernd neuen Wechsel fördert, die uns durchströmt mit zwingendem Begehren, uns vorwärts treibt auf unbekannter Bahn, und der wir alle blindlings folgen müssen. Ich flehe, weis’ mich nicht zurück!
Urgewalt (als Stimme mitten aus dem Licht heraus): Was ist es, das Dich ruhelos auf Deiner Erde macht?
Mensch: Das Nichterfassen eines Grundes meiner Existenz. Laß mich den Zweck des Daseins wissen, das Ziel, zu dem mein Wirken führt. Sag an, wozu bin ich geboren?
Urgewalt: Den Schleier, der Dir dies verhüllt, hast Du Dir selbst gewoben. Zerreiße ihn, und es wird lichter um Dich sein!
Mensch: Dazu mußt Du mich von der Fessel des Gehirnes lösen, das mir unmöglich macht, anderes zu erfassen als nur das, was sich in Raum und Zeit einteilt. Der Bann läßt mich im Dunkel bleiben, macht mich schwach!
Urgewalt: Ist Dir bewußt, was Du damit erstrebst?
Mensch: Wenn ich die Fessel des Gehirnes löse, werde ich der Wahrheit gegenüber stehen!
Urgewalt: Was Du mit Sinnen Deiner Seele faßt, ist immer Wahrheit, wenn es nicht zum Zerrbild wurde durch Dein Wissen. Wie Du jetzt bist, ist Dir gegeben, in Augenblicken unbewußt die Wahrheit zu empfinden.
Mensch: In Augenblicken nur und unbewußt. Ich will es stets und voll bewußt!
Urgewalt: Dann stell die Arbeit Deines Hirns nach dem Verlangen Deiner Seele ein! Was Du erschaust, sind immer nur die Früchte Deines Wollens! Hör deshalb auf den Ruf in Dir, und Du wirst frei!
Mensch (geht impulsiv linke Seite, dringend rufend): Stoße mich nicht zurück in diese grauenvolle Dunkelheit! Gib mir nur einen Fingerzeig, daß ich mich daran aufwärts schwinge!
Urgewalt (Bühne ist ganz dunkel): Prüfe Dich selbst! Damit schaffst Du Dir freie Bahn. Schau her! Es werde Licht!
Vorhang fällt nicht.
Auch wenn das Schauspiel nun schon rund neunzig Jahre alt sein dürfte, könnte es mit etwas Bearbeitung problemlos in die Neuzeit versetzt werden – oder eben als Historienstück aufgeführt werden. (In letzterem Fall würde ich persönlich die Rahmenhandlung in der Gegenwart stattfinden lassen.) Es wäre schön, wenn sich eine Theatergruppe berufen fühlte, dieses Werk wieder einmal auf die Bühne zu bringen…
Ein Licht in zynischen Zeiten: Der Wunderapostel
Als Diplom-Sozialpädagoge hatte er sich bereits seit längerer Zeit mit dem Einfluß der Medien auf Kinder und Jugendliche beschäftigt. Seine Überlegung war nun, dass, wenn Filme mit gewalttätigem Inhalt die Gewaltbereitschaft von Menschen fördern, es im Umkehrschluß auch gelingen müsste, durch positive Filme das Gute im Menschen zu unterstützen. Finanziert durch die Grete-Häusler-GmbH, einem Ableger des Bruno-Gröning-Freundeskreis, dem Busse damals verbunden war (was ihm und seinem Film teilweise massive Kritik einbrachte) und fast komplett mit Laiendarstellern besetzt, ist „Der Wunderapostel“ ein in mehr als einer Hinsicht interessantes Projekt und inzwischen einer der meistbegehrten Artikel bei eBay… (Wer den Film auf DVD veröffentlichen würde, dürfte sich der Dankbarkeit einer Menge Leute sicher sein!)
Die Adaption der Romanvorlagen ist sehr frei gehalten; Beatus’ Geschichte bleibt recht nah am Original, aber das meiste andere wurde doch stark verändert. Zum Vorteil des Films, wie ich persönlich finde – „Der Sonnenbruder“ war schön zu lesen, aber beim „Wunderapostel“ habe ich sehr schnell das Handtuch geworfen.
Zur Handlung: Nach einem Unfall, der seine brilliante Karriere als Geiger zerstört hat, zieht Beatus Klingohr als Vagabund durch die Lande, auf der Suche nach den Antworten auf die großen Menschheitsfragen: Was ist der Sinn des Lebens? Warum existiert Leid, wenn es einen gerechten Gott gibt? Auf seinen Wanderungen hört er von einem geheimnisvollen Mann, den man den Wunderapostel nennt und in dessen Gegenwart Heilungen geschehen sein sollen. Beatus begibt sich auf die Suche nach ihm und findet ihn schließlich auch. Was er von nun an in dessen Nähe erlebt, öffnet ihm die Augen zu einem ganz neuen Weltverständnis…
Thomas Busse selbst spielt den Wunderapostel, die Jesus-Gestalt des Films, wurde allerdings in der Endfassung synchronisiert. Kritiker haben ihm vorgeworfen, Bruno Gröning in dem Charakter verklärt zu haben. Dazu kann ich wenig sagen, da ich Grönings Lehre nicht tiefergehend kenne. Die Übereinstimmungen der im Film genannten Punkte zur Gralsbotschaft Abd-ru-shins, auf der meine eigene Überzeugung beruht, sind allerdings bemerkenswert: „Gott straft nicht. Der Mensch schafft sich das Leid selbst, weil er sich von der göttlichen Kraft abgeschnitten hat.“ So ungefähr dürfte der Kern der Aussage lauten.
Ein ganz anderer Kritikpunkt ist die künstlerische Qualität des Films, und da muß ich leider teilweise zustimmen. Angesichts der Tatsache, dass zu 99,9% Laien vor der Kamera stehen, kommen die Dialoge oft sehr hölzern und gekünstelt rüber.
Davon abgesehen ein ungewöhnlicher Film mit wundervoller Musik weit abseits des Mainstreams, von dessen Art es erheblich mehr geben sollte!
Kaufmöglichkeiten: Mau. Bei eBay wird das Video dann und wann angeboten, der durchschnittliche Verkaufspreis liegt bei 25 Euro. Ich habe auch schon ein Exemplar im ZVaB entdeckt. Es hat wenig Sinn, beim Grete-Häusler-Verlag anzufragen; seit es zwischen ihnen und Thomas Busse Konflikte gab, führen sie den Titel nicht mehr im Sortiment. Also: Augen und Ohren offen halten und die unsichtbaren Helfer um Unterstützung bitten.
Facing The Giants
Ja, natürlich ist der Film schwer christlich gewichtet. Aber er ist auch witzig und ergreifend und ein Gute-Laune-Film mit einem tollen Soundtrack. Wer sich am Ende trotz aller Vorhersehbarkeiten nicht mitfreut, hat einfach kein Herz. Sehr beeindruckt war ich von der schauspielerischen Leistung der Darsteller, die ausnahmslos Laien sind – professionelle Schauspieler hätten es nicht besser machen können. Unvergeßlich Pastor Jim McBride als fieser Coach der Richland Giants, Bobby Lee Duke!
Lohnenswert ist außerdem der Audiokommentar der Gebrüder Kendrick, in dem man den Humor ihres Drehbuchs sofort wiederfindet. Auch der Rest des üppigen Bonusmaterials der DVD ist einen Blick wert.
Offizielle Seite: Facing The Giants
Ausgleichende Gerechtigkeit?
M: Deshalb. Heute nacht wurde ich nämlich wach, und es hörte sich an, als hätte die Küchentür geklappt. Bin hin, aber es war natürlich keiner da. Dann hat sich der Kobold wohl verabschiedet.

