6
Nov
2009

Virus

Nein, nicht die Schweinegrippe (die ich sowieso nur für eine gigantische Kampagne der Pharmaindustrie halte), sondern eine rätselhafte Eßstörung - von Briefmarkenautomaten.

Da wollte ich effektiv sein und statt zu meinem üblichen Automaten in der Nähe meiner Arbeit gleich nach Feierabend zu dem in der Nähe meiner Wohnung gehen. Ich hätte es besser wissen sollen.
Er nahm brav meine Portowünsche entgegen, schluckte meine EC-Karte, buchte das Geld ab... und dann biß er die Zähne zusammen. Und im nun folgenden Ring- und Boxkampf Piratin gegen Automaten gewann ganz klar er. Fluchend eilte ich daraufhin zur nächsten Filiale, verschickte meine Sendung, holte die Hotline-Nummer ab, flitzte zur Bank, um meine Karte sperren zu lassen, und düste nach Hause ans Telefon.
"Was, schon wieder?" meinte der nette Herr am anderen Ende der Leitung. "Da hatte ich heute schon mal einen."

Merke: Keine Experimente. Nur erprobte Automaten benutzen, am besten in oder gleich außerhalb einer Filiale. Mal schauen, ob bzw. wann ich meine Karte wiedersehe.

5
Nov
2009

Daneben

Ein junger, arbeitsscheuer Mann läßt sich von älteren Frauen aushalten, bis er von seiner letzten Geliebten vor die Tür gesetzt wird und eine junge Kellnerin kennenlernt, die kein Interesse an ihm zeigt... und weiter weiß ich nicht.

Bei Spread (aka Toy Boy) habe ich nach bestenfalls zehn Minuten abgeschaltet und mich darauf eingestellt, die restliche Zeit zum Schlafen zu nutzen. Ich bin der Wahnsinnigen sehr dankbar, daß sie Mitleid mit mir hatte und wir den Saal verlassen haben. Risiko eines Sneak-Besuchs.

Angekündigt war der Film als eine Komödie; es hätte auch ein Softporno sein können. Zum Lachen fand ich keine einzige Szene, und das permanente Auf-, Unter- und sonstwie Miteinander trug nicht dazu bei, den Streifen für mich interessanter zu machen. Das einzige Plus war der lange tracking shot ziemlich am Anfang, danach konnte nicht mal die Kameraführung fesseln.

Hat man alles schon gesehen, nur besser, und die Charaktere sind einem auch völlig wurscht. Gähn.

3
Nov
2009

Verdammt!

Das wäre mal ein schöner Vertipper gewesen - auf meinem letzten Auszug gesehen, daß der gute Bankangestellte eine Zahl zuviel eingegeben hatte: Statt Bareinzahlung 500 € waren es 5009 €. Aber er hat's gemerkt. Je nun. Da ich ein grundehrlicher Mensch bin, hätte ich es vermutlich sowieso reklamiert. Trotzdem eine schöne Vorstellung...

2
Nov
2009

Marathon

Die letzte Woche war vollgestopft, daher die etwas knapp ausgefallenen Beiträge. Aber dafür gibt’s heute gleich eine ganze Auswahl an Filmrezensionen.


Fürs Fernsehen produziert, was anders als hierzulande durchaus Qualität bedeuten kann: Dawn Anna mit der wundervollen Debra Winger, basierend auf einer wahren Geschichte.
Dawn Anna (ja, Anna ist der Nachname) zieht ihre vier Kinder allein auf. Als es ihr endlich gelingt, eine Anstellung als Mathelehrerin und Volleyballtrainerin der Schulmannschaft zu finden und sie zudem die Bekanntschaft des urigen, aber sympathischen Bink macht, scheint es mit ihrem Leben aufwärts zu gehen. Doch dann wird bei ihr eine seltene Gehirnkrankheit diagnostiziert. Durch die folgende Operation verliert sie die Fähigkeit zu sprechen und zu laufen und muß beides mühsam wiedererlernen. Aber nur wenige Jahre später schlägt das Schicksal erneut zu…

Unaufdringlich, fast unspektakulär, dafür mit interessanter Kameraarbeit, wird eine überaus dramatische Geschichte erzählt. Daß am Ende dann mal auf die Tränendrüse gedrückt wird, ist erlaubt.
Neben Debra Winger glänzt vor allem Alex Van als Bink – die skurrilen Rollen sind eben immer die dankbarsten für einen Schauspieler.

dawnanna

Steven Soderberghs und Benicio Del Toros Che ist ein Vertreter dieser aussterbenden Gattung von Filmprojekten, ohne die man wohl schon längst den Glauben an den Wert des großen Kinos verloren hätte.
Der erste Teil des Mammut-Biopics beugt sich nicht den Regeln Hollywoods und macht auch nicht den Versuch dazu. Weder präsentiert er eine strikt lineare Handlung noch folgt der beständige Wechsel zwischen Ernesto Guevaras Besuch in den USA, dem Guerillakrieg und der ersten Begegnung zwischen „Che“ und Fidel Castro erkennbaren Regeln; Ausschnitte aus Interviews und Reden unterlegen Kämpfe oder Szenen im Rebellenlager oder – wieder und wieder – Nahaufnahmen der Hauptfigur. Und zu allem Überfluß finden 97% der Dialoge auf spanisch statt.
Teil 2 ist da schon wesentlich geradliniger und erinnert an klassische Vietnam-Filme mit seiner gnadenlosen Darstellung des Guerillalebens in Bolivien.

Che unternimmt keinen Versuch, eine Ikone zu stürzen. Der Mythos Che Guevara bewahrt seinen Zauber. Aber auch ohne großen Lernwert seitens des Zuschauers und ohne sonderliche Entwicklungskurve seitens der Titelgestalt bietet Che großes Kino im Autorenfilmgewand – oder andersherum.


Eine der Serien, die in meiner Jugendzeit komplett an mir vorbeigelaufen sind, ist Degrassi Junior High. Der Name war mir ein Begriff, aber damit hörte es auch auf.
Als vor einigen Jahren mit Degrassi – The Next Generation ein erfolgreiches Konzept wiederbelebt wurde, dürfte ein nicht geringer Prozentsatz der Zuschauer aus „Ehemaligen“ bestanden haben – Leute in ihren 30ern, die gute Erinnerungen an die Serie ihrer Jugend hatten. Entsprechend startet die Pilot-Doppelfolge mit einem Jahrgangstreffen der früheren Publikumshelden (die Originaldarsteller zierten sich nicht vor einem Cameo), während gleichzeitig die neuen Jungstars eingeführt werden. Zwei „Originale“ bleiben der Serie sogar erhalten – als Mutter und als Lehrer.

Die kanadische Serie hat durchweg positive Resonanz erhalten. Besonders wohltuend im Vergleich mit ihren US-amerikanischen Verwandten fällt auf, daß das Alter der jugendlichen Darsteller dem ihrer Figuren entspricht und sie menschlich-unvollkommen sein dürfen. So sieht man eben Zahnlücken, Akne und nicht ganz so vorteilhafte Hüftrundungen. Und da die Charaktere es einem leicht machen, sie zu mögen, so bizarr manche von ihnen auch sind, wird man gern noch mal zum Teenager.


Auch endlich geschafft zu sehen und nicht traurig, daß ich mir das Geld für die Kinokarte gespart hatte: X-Men Origins: Wolverine. Übersetzt sich in: Überflüssige Effektorgie, die sowohl in sich selbst als auch im Zusammenhang mit den X-Men-Filmen unlogisch ist. Die einzigen Lichtblicke sind berechtigter Fanliebling Gambit und der junge Scott, dessen Charakter in X-Men 1-3 ich wirklich mochte.
Muß man nicht sehen, vergisst man auch schnell wieder.

wolverine


Ein etwas anderer Basierend-auf-Columbine-Film ist Reunion. Gerade mal zwölf Minuten lang, schildert er im Zuge eines Jahrgangstreffens, wie die Leben der 13 Ermordeten vielleicht hätten verlaufen können. Eine anrührende Was-wäre-wenn-Geschichte, die das Ende um so schrecklicher macht. Nicht im Handel erhältlich, kann aber problemlos on demand geordert werden.

30
Okt
2009

Starke Präsenz

... beweist die deutschsprachige "Musikszene" auf dem New Moon-Soundtrack: Neben Jennifer Rostock sind Die Fledermaus und Wandrers Nachtlied vertreten. Bei 23 Tracks gar kein schlechter Schnitt.

28
Okt
2009

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